Schlagwörter

, , ,

Kung Fu und Gemüse, Guerilla GardeningPatrick Peternel hat eine Permakultur-Ausbildung und war für Jahrzehnte im hochprofessionellen Gartenbau für Pflanzenschutz mit natürlichen Gegenspielern sowie für für Pflanzenstärkung  zuständig.(Firma Biohelp). Wegen einer Drei in Landmaschinentechnik hat er sein Boku-Diplom für Pflanzenschutz und Pflanzenzüchtung nicht mit Auszeichnung bestanden. Das Misstrauen Maschinen gegenüber kommt vielleicht von seinen fünf Jahren HTL, dem Geruch von Maschinenöl und Eisen, Hämmer auf 10tel Millimeter mit der Hand feilen? Seit über 20 Jahren erforscht er Energiepotentiale auf der Basis asiatischer Philosophie u.a. bei den Meistern Tian Liang und He Xian in Malaysia, Lao King und Grossmeister Yap in Sarawak: Kung Fu.

Gemüse anzubauen ist Politik. Die Richtung nachhaltiger Politik geht eindeutig weg von Groß-Supermarkt-Ketten in ein vielgestaltigtes Kleines. Große Konzerne erfassen sehr schnell Verkaufs-Daten und reagieren sensibel. Ihr Ziel „Wachstum um jeden Preis“ kann nur durch weitere Expansion erreicht werden. Jede Veränderung wird wahrgenommen: gut laufende Produkte werden sofort in Eigenmarke produziert um Hersteller stärker unter Druck zu bringen und Gewinne zu vergrößern. In diesem sensiblen Feld sind bereits kleine Veränderungen wirkmächtig.
Ein konkretes Beispiel: bis im vergangenen Jahr wurde in Wien Petersilie produziert. Seit 2016 wird von einer Supermarkt-Kette Petersilie aus Nordafrika importiert, in Wien bei einer Firma im 11ten Bezirk umverpackt und kleiner portioniert verkauft. Die Petersilie beim „Türken an der Ecke“ kommt in der Regel aus Italien. Petersilie wächst bei uns problemlos, wer seine Petersilie selbst produziert entfaltet bereits Wirkung.
Wenn ich eine Runde um meinen Bau mache (22. Bezirk) gibt es da schon einen Obstbaum an dem ich ernten darf (siehe Beitrag Urlange NachbarINNEn). Unter den Baum stelle ich eine Benesch-Hecke aus Abfall-Ästen auf um Hunde wegzusperren, putze, pflege, und pflanze Erdbeeren, die mögen Halbschatten und überwintern.
Porée und Zwiebeln in Kombination wehren sich gegenseitig die Schädlinge ab und können leicht gegessen werden.
Es stimmt nicht, dass einzelne Menschen nichts ausrichten können. Einfach mal Guerilla-Gardening ausprobieren. Ohne jemanden zu schädigen ein Stück Erde verbessern.
Meine Inspiration ist im Augenblick das Mischkultursystem, entwickelt von in Städten lebenden Menschen, die sich selbst versorgt haben um zu überleben: Bergleute im Deutschland des letzten Jahrhunderts. Das Mischkultursystem bringt viel Ertrag und verbessert gleichzeitig den Boden. Es hat keine einseitige Bodenausnutzung und extrem geringen Schädlingsbefall. Das schaut auch hübsch aus. Ein Klassiker: Salat und Radieschen, da treibt der Salatgeruch die Erflöhe von den Radieschen.

Beratung auf Anfrage über Kommentar.

  • Literaturhinweise zum Mischkultursystem:
  • Gertrude Franck, Gesunder Garten durch Mischkultur, Stuttgart, 1980, ISBN 3 517 00720 X
  • Albert Georg Wirth, Mehr Obst und Gemüse durch Harmonie im Gartenraum, Schriftenreihe Der Gartenfreund, Essen, 1948

Das Interview führte Klaus Kirchner.