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Sensenkurs im Waldviertel Schnitter 2017

Fotos: Ilse Gerersdorfer 2017

Brauchen BäuerINNEn noch SchnitterINNEN?
fragt der Schnitter Klaus Kirchner den Sprecher der Österreichischen Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung, Franziskus Forster.
Forster: Ja. Mir fällt zum Beispiel die Tradition des SCHWENDENS ein. Da geht es um den Erhalt der Almflächen, um die Verholzung der Almen zu verhindern. Diese schwere Arbeit ist gemeinschaftlich organisiert und es wird danach in Form von einem Fest gemeinsam gefeiert. Die Bauern und Bäuerinnen schreiben oft das Schwenden in der Zeitung öffentlich aus. Einen Schwendtag zu machen während der Alpsaison ist durchaus Gang und Gäbe.
Das Gemeinschaftliche dieser Tradition hat etwas sehr bergbäuerliches. Almen gehören in der Regel nicht jemandem privat, sondern sind im Gemeinschaftsbesitz einer Agrargemeinschaft. Historisch gesehen sind sie die Allmende oder Gmein/Gmain. (Gemeinde oder Gemeinschaft steckt da drinnen, auf Englisch CommonsGemeingüter.) Diese natürlichen Ressourcen können nur gemeinschaftlich bewirtschaftet werden. Es gibt natürlich in den Bergen auch die Individualisten und Sturschädel, aber man ist da aufeinander angewiesen. Harte Arbeit, Solidarität, gegenseitige Hilfe, das Gemeinschaftliche ist oft mit dem Bergbäuerlichen verbunden. Das ist ein wichtiger Aspekt, der politisch dem derzeitig vorherrschenden Konkurrenzdenken zuwider läuft.

Franziskus Forster spricht mit den SchnitterINNEn

Franziskus Forster

Kirchner: Danke schön!
Forster: Danke auch!

Feuermacher (Webmeister im Internet): So kommen dann die Sensen aus der Stadt auch mal wieder aufs Land.