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Pflanzenwelt von Nikkolo Feuermacher 2018Was machen SchnitterINNEN wenn die Mähsaison vorbei ist?
Sie schärfen erst einmal ihre Gedanken und dann die Sense.
Zum Schärfen der Gedanken eine Buchempfehlung:
Emanuele Coccia (Professor für Philosophiegeschichte in Paris) besuchte im März 2009 den Fushimi Inari Schrein in Kyoto 官幣大社. Berührt schreibt er daraufhin das Buch „La vie des plantes, une métaphysique du mélange„, der 2016 in Paris veröffentlicht wird. Die Übersetzung des Werkes ins Deutsche erscheint 2018 in München und heisst „Die Wurzeln der Welt – eine Philosophie der Pflanzen„.
186 Seiten insgesamt, davon 31 Seiten Fussnoten und 2 Seiten Dank. Aus Sicht studierter Philosophen ein anregendes Blitzlicht.
Ein Zitat um sich selbst ein Bild zu machen:
Was die Welt ist müssen wir von den Pflanzen erfragen – denn eben sie „machen Welt“. Diese Welt ist für die allermeisten Organismen ein Produkt des pflanzlichen Lebens, Produkt der uralten Besiedelung unseres Planeten durch die Pflanzen. Nicht nur besteht der Organismus der Tiere vollständig aus den organischen Substanzen, die von den Pflanzen produziert wurden, sondern „die höheren Pflanzen stellen 90 Prozent der eukaryotischen Biomasse der Erde dar.“ Sämtliche Gegenstände und Werkzeuge, die uns umgeben, sind pflanzlichen Ursprungs (Nahrungsmittel, Möbel, Kleidung, Treibstoffe, Medikamente) vor allem aber ernährt sich sämtliches höheres (aerobes) Tierleben vom organischen Gasaustausch dieser Wesen (nämlich dem Sauerstoff).
Ebenda S.20f

Ohne Pflanzen keine Sensen.
Ohne Pflanzen keine SchnitterIN.

Das Buch ist in guten Bibliotheken entleihbar.
木 ist das japanische Zeichen für Baum / Holz